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Insider-Interview: Teneriffa

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Wie ist das eigentlich, wenn man als Deutscher im Ausland in einem Traumhotel arbeitet? Wir haben Timo Bohn interviewt. Er kommt gebürtig aus Wetzlar bei Frankfurt und arbeitet seit Juli 2009 im The Ritz-Carlton, Abama Golf  & Spa Resort auf Teneriffa als Director of Travel Industry.

EWTC: Herr Bohn, Sie arbeiten wo andere Urlaub machen! Während Ihre Gäste sich am Pool entspannen, sitzen Sie im Büro. Was genau machen Sie da?

Bohn: Wenn ich morgens meinen Computer starte, schaue ich mir als erstes an, wie viele Buchungen reingekommen sind und über welchen Reiseveranstalter. Dann checke ich was die Konkurrenz macht, schaue mir deren Angebote an und vergleiche sie mit unseren. Anschließend bespreche ich mit meinem Team den Tagesablauf. Wir kontaktieren unsere Reisepartner oder besprechen Verträge mit ihnen. Wir organisieren sehr viele Inforeisen für die Veranstalter oder auch für Reisebüros. Und wir besuchen natürlich auch unsere Partner vor Ort, um unser Hotel vorzustellen. Wir arbeiten ja weltweit und haben nicht nur aus Deutschland Kunden.

EWTC: Woher kommen denn Ihre Gäste hauptsächlich?

Bohn: Aus England, Deutschland, Österreich, Russland, Schweiz, Spanien, USA, Italien, Portugal, Skandinavien und den Benelux-Länder.

EWTC: Wenn Sie mal die einzelnen Nationalitäten vergleichen – gibt es da Besonderheiten, die auffallen?

Bohn: Auf jeden Fall! Ein deutscher Gast mag es zum Beispiel gerne korrekt. Pünktlichkeit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sind ihm wichtig. Ein englischer Gast legt Wert auf seinen Nachmittagstee, während ein russischer Gast viel unternimmt.

EWTC: Welche Gäste sind Ihnen denn am liebsten?

Bohn: Alle!

Abama

EWTC: Was ist denn das Besondere am Abama Golf  & Spa Resort, welches durch die Luxushotelkette The Ritz-Carlton geführt wird?

Bohn: Das Abama ist ein besonderes Hotel, weil es abseits  vom Massentourismus den anspruchsvollen Urlaubern den „Wow-Faktor“ bietet. Hier finden Reisende Ruhe und Exklusivität. Das Abama ist eine grüne Oase im trockenen Süden. Zudem ist es aufgebaut nach den Elementen des Feng Shui und bildet aus Erde, Wasser und Luft eine harmonische Einheit.

EWTC: Wohnen Sie hier im Hotel?

Bohn: Nein, ich wohne circa 30 Kilometer weiter weg, oberhalb von Los Cristianos und Las Americas, dem Touristenzentrum.

EWTC: Ist das nicht manchmal frustrierend, wenn man arbeitet, während andere um einen herum Urlaub machen?

Bohn: Nein, denn ich arbeite ja nicht nur, ich habe ja auch zwei Tage frei in der Woche! Und an diesen zwei Tagen kann ich das Urlaubsfeeling genießen. Außerdem komme ich ja auch während meiner Arbeitszeit immer mal wieder raus aus dem Büro und erfreue mich an dem guten Wetter, der Natur, unserem Golfplatz oder dem Strand. Und nach Feierabend kann ich das ja auch alles nutzen und mich unter die Urlauber mischen.

EWTC: Welchen besonderen Ort oder Geheimtipp auf Teneriffa können Sie uns verraten?

Bohn: Was mir besonders gut gefällt und was viele Touristen gar nicht kennen, sind die „Guachinches“ im Norden. Das sind kleine Weinlokale, ähnlich wie Straußwirtschaften in meiner hessischen Heimat. Da gib es hausgemachte Küche und gute Weine. Meine beiden Lieblingsorte auf der Insel sind Garachico und Orotava. Die beiden stehen unter dem UNESCO-Weltkulturerbe und sind einfach sehenswert.  Auch zum Wandern kann man hier noch sehr viele geheime und jungfräuliche Wanderwege entdecken.

EWTC: Vielen Dank für das Gespräch!